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Zusammen oder zu Hause?

Wir betrachten die chronologische Entwicklung der Büroarbeit in Deutschland und haben uns als Startpunkt den Beginn des 20. Jahrhunderts gesetzt. Wo kurz nach der Jahrhundertwende noch Einzelarbeitsplätze und kleinere Büros mit wenigen Büroangestellten die Regel waren, änderte sich innerhalb kurzer Zeit das Bild in den deutschen Büros. Zum einen stieg der Bedarf an Verwaltungspersonal, was zur Folge hatte, dass mehr Büroangestellte erforderlich wurden. Zum anderen änderte sich beispielsweise auch das Geschlechterverhältnis deutlich, da vermehrt auch weibliche Büroangestellte eingestellt wurden.

Während der Wirtschaftskrise in den 30er Jahren fand auch der amerikansiche Taylorismus vermehrt Anwendung in Deutschland. Die Prinzipien der Fabrikarbeit wurden auf die Büroarbeit übersetzt, was mitunter ermöglichte, eine Vielzahl von Arbeitern auf vergleichsweise geringem Raum unterzubringen. Erst nach dem 2. Weltkrieg ging man dazu über in Großraumbüros freiere Sitzanordnungen anzudenken und begann auch der Kommunikation der Arbeitenden untereinander mehr Bedeutung beizumessen. In den 60er Jahren entwickelte das Quickborner Team schließlich die sogenannte Bürolandschaft und versuchte weiter starre Strukturen aufzubrechen und die Bürogestaltung den tatsächlichen Arbeitsabläufen besser anzupassen.

Die Arbeit in Großraumbüros brachte jedoch auch viele Herausforderungen mit sich. Der hohe Geräuschpegel durch die Vielzahl an Schreibmaschinen, sowie die vermehrte Kommunikation untereinander stellte vielerorts eine Schwierigkeit dar. Dieser Problematik wurde zum einen mit dem Einsatz von Cubicles, einem in den USA entwickelten Konzept, begegnet, welches vorsah, dass jeder Arbeiter in einem kleinen, etwa 4qm großen Bereich arbeitet, der an 3 Seiten mit schulterhohen Wänden begrenzt ist. Ein Konzept, das in Deutschland jedoch größeren Anklang fand war das sogenannte Kombibüro. Diese skandinavische Entwicklung aus den 80er Jahren sieht vor, dass Einzelzimmer um eine gemeinsame Kommunikationszone gruppiert werden und nur durch Glaswände getrennt sind und verbindet die Vorteile der klassischen Zellenbüros mit denen der Großraumbüros. 

Mit der breiteren Verfügbarkeit von schnellem und bezahlbarem Internet änderten sich um die Jahrtausendwende auch die Möglichkeiten der persönlichen Arbeitsgestaltung. Man war nun nicht mehr örtlich an das Büro gebunden und konnte beispielsweise auch von zu Hause oder im Café arbeiten. Das Home Office wurde immer beliebter und das Thema der Work-Life-Balance und die damit verbundene Zufriedenheit der Arbeitnehmer gewann zunehmend an Bedeutung. Parallel zu dieser Entwicklung fanden auch immer mehr wohnliche Elemente den Weg in die deutschen Büros. Der Aspekt des Wohlfühlens und die Möglichkeit der Entspannung spielen vermehrt eine Rolle für Arbeitnehmer.

Eine der jüngeren Entwicklungen in Deutschland ist die Möglichkeit Co-Working Spaces in Anspruch zu nehmen. Dies bietet zum einen die gleiche Flexibilität wie die Arbeit in einem Café oder im eigenen zu Hause und zum anderen ermöglicht diese Umgebung die Bildung von beruflichen Netzwerken. Neben Selbstständigen nutzen auch vermehrt Unternehmen die Möglichkeit Arbeitskräfte auf Co-Working Spaces auszulagern und somit die benötigte Fläche und die Anzahl an Arbeitsplätzen im Büro zu reduzieren. Jedoch sind teilweise auch zu dieser Entwicklung gegenläufige Tendenzen zu erkennen. Vereinzelt werden die Mitarbeiter dazu angehalten wieder vermehrt im Büro zu arbeiten, da dem Aspekt der Teamarbeit und der direkten Kommunikation wieder mehr Bedeutung zugemessen wird.

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Wie gehen wir vor?

Generell wollen wir bei unserem Projekt WORK 365 breit gefächert beginnen und zum Ende einer jeden Phase die Inhalte fokussieren. Dabei werden wir uns speziell in der Researchphase möglichst breit aufstellen und diverse Richtungen verfolgen, um verschiedene Thesen zu prüfen. Am Ende der Researchphase werden wir den Kontext der ursprünglichen Fragestellung beleuchtet haben und in der Lage sein, das Problem Framing vorzunehmen.