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Bis das der Tod uns scheidet

Um den interkulturellen Vergleich auszuweiten haben wir uns neben den USA und Deutschland auch mit der Entwicklung der Büroarbeit in Japan befasst. Im Vergleich zu der Entwicklung in Deutschland und den USA kann im Allgemeinen gesagt werden, dass sich die Situation in Bezug auf Büroarbeit zwar zu Beginn der Industrialisierung noch stark von der in westlicheren Kulturkreisen unterscheidet, sich jedoch im Zuge der Öffnung gegenüber dem Westen in vielen Punkten nach und nach angleicht. So findet man zu Beginn des 20. Jahrhunderts bereits Büroräume, in denen hohe Tische in engen Reihen angeordnet sind und viele Arbeiter mit fast militärischer Disziplin ihren Aufgaben nachgehen, während sie von ihren Vorgesetzten überwacht werden. Diese strengen Hierarchien sind das, was die japanische Arbeitskultur von der in westlicheren Gefilden am deutlichsten unterscheidet. Das bedingungslose Gehorsam und die Loyalität dem Arbeitgeber gegenüber prägt die japanische Arbeitskultur. Was...

Es war einmal in Amerika...

Bei der Betrachtung der Entwicklungsgeschichte der amerikanischen Bürosysteme erkennen wir grundsätzlich einige Parallelen zur deutschen Entwicklung. Ähnlich wie in Deutschland arbeiten zu Beginn des 20. Jahrhunderts hauptsächlich Männer in Büros. Dabei ist auffällig, dass diese Arbeit vorwiegend an Stehtischen verrichtet wird, da bereits frühe Studien erwiesen, dass das Arbeiten im Stehen gesünder ist, als lange zu sitzen. Als im Zuge der Industrialisierung der Bedarf an optimierter Büroorganisation stieg, setzte sich im Besonderen ein von Frederick Taylor erdachtes System durch, welches bis in die 60er Jahre der Standard in amerikanischen Büros bleiben sollte. Der heute als Taylorismus bekannte Ansatz sieht vor, dass eine Vielzahl von Tischen in engen Reihen aneinander positioniert werden. Diese fabrikähnliche Anordnung sollte die Arbeitseffizient steigern und gleichzeitig eine Kontrolle durch höher gestellte Arbeiter vereinfachen. Während...

Zusammen oder zu Hause?

Wir betrachten die chronologische Entwicklung der Büroarbeit in Deutschland und haben uns als Startpunkt den Beginn des 20. Jahrhunderts gesetzt. Wo kurz nach der Jahrhundertwende noch Einzelarbeitsplätze und kleinere Büros mit wenigen Büroangestellten die Regel waren, änderte sich innerhalb kurzer Zeit das Bild in den deutschen Büros. Zum einen stieg der Bedarf an Verwaltungspersonal, was zur Folge hatte, dass mehr Büroangestellte erforderlich wurden. Zum anderen änderte sich beispielsweise auch das Geschlechterverhältnis deutlich, da vermehrt auch weibliche Büroangestellte eingestellt wurden. Während der Wirtschaftskrise in den 30er Jahren fand auch der amerikansiche Taylorismus vermehrt Anwendung in Deutschland. Die Prinzipien der Fabrikarbeit wurden auf die Büroarbeit übersetzt, was mitunter ermöglichte, eine Vielzahl von Arbeitern auf vergleichsweise geringem Raum unterzubringen. Erst nach dem 2. Weltkrieg ging man dazu über...